martedì 14 ottobre 2014

Atheistische Ideologien durchlaufen die Ästhetik und verschiedene "zeitgenössische" künstlerische Strömungen.

Atheistische Ideologien durchlaufen die Ästhetik und verschiedene "zeitgenössische" künstlerische Strömungen

Welche Studienprogramme für die christliche Bildung? 




Der französische Philosoph Michel Onfray, der der internationalen heterogenen Gruppe „Neuer Atheismus“ angehört, thematisiert aus dekonstruktivistischer und zugleich hedonistischer und anarchischer Perspektive mit den folgenden Worten offen die Mittel und Strategien zur Verbreitung einer materialistischen Vision des Menschen und der Welt: „Abgesehen von diesem vorläufigen ‚Atheologietraktat‘ impliziert die Disziplin eine Mobilisierung zahlreicher Wissensgebiete: Psychologie und Psychoanalyse (zur Überprüfung der Mechanismen der Fabulisierungsfunktion), Metaphysik (zur Rekonstruktion der Genealogie der Transzendenz), Archäologie (um den geographischen Boden und Untergrund der Religionen sprechen zu lassen), Paläographie (zur Festlegung des Archivtextes), selbstverständlich Geschichte (für den Erwerb epistemer Kenntnis, deren Schichten und der Bewegungen im Bereich der Entstehung der Religionen), komparatistische Wissenschaften (zur Feststellung der Aufrechterhaltung von an unterschiedlichen Orten verbreiteten Einstellungen in Bezug auf bestimmte Themen), Mythologie (für die Suche nach Einzelheiten der poetischen Rationalität), Hermeneutik, Linguistik, Sprachen (für die Findung des lokalen Idioms), Ästhetik (für die Nachfolge der ikonischen Ausbreitung der Überzeugungen). Selbstverständlich ist auch die Philosophie zu nennen, die am geeignetsten erscheint als Ausgangspunkt für eine Einteilung all dieser Disziplinen. Was steht auf dem Spiel? Eine Physik der Metaphysik, und somit eine reale Theorie der Immanenz, eine materialistische Ontologie.“ [1]
Wie anhand des Zitats konkret nachvollziehbar ist, enthält Onfrays ‚Atheologietraktat‘ einen Plan zur Ausbreitung einer materialistischen Vision, um alle intellektuellen Kräfte zu versammeln, die bereits an einer höheren Kohärenz und Systematik im Sinne der Verbreitung einer definitiv immanenten Weltanschauung arbeiten, dabei jedoch unabhängig vorgehen.
Wie ich mehrmals in meinen Schriften und in der Rubrik „Betrachtungen zur Kunst“ veranschaulicht habe, existiert eine historiografische und auch theoretische Auffassung, aus der eine bilaterale Beziehung zwischen dem „Kunstsystem“ und der Weltanschauung ersichtlich wird, d.h., zwischen einer bestimmten künstlerischen Form und den religiösen oder ideologischen Prinzipien, von denen sie bestimmt wird [2]. Mit anderen Worten sind die Formen nicht neutral und daher nicht beliebig austauschbar wie aus dem Beispiel der katholischen Kultur in Europa erkennbar wird. Die Formen sind mit einer präzisen Weltsicht verbunden, von denen sie abhängen und organisiert werden. Daher ist ein Ersatz des Systems der bildenden Kunst unserer Kathedralen durch abstrakte oder anikonische Formen, wie es in den vergangenen 40 Jahren geschehen ist, keine Anpassung an die heutige Zeit, sondern eine regelrechte Apostasie, denn es kommt zum Austausch eines christlichen Kunstsystems (des bildenden) durch verschiedene andere Systeme, die von Mal zu Mal andere Religionen und Weltsichten transportieren. Auf diese Weise verliert die Kunst ihre Funktion der Erziehung zum Katechismus, Pastoral durchzuführen, als System, sittliche Werte durch das Beispiel von Heiligen und der Heiligengeschichten aus dem Evangelium zu vermitteln, wie es seit der Zeit der Kirchenväter in den Kirchen empfohlen wird. Vielmehr ist sie zur besten Methode geworden, um in den Besuchern unserer europäischen Kathedralen eine atheistische, materialistische und immanentistische Sichtweise entstehen zu lassen.
Wie konnte all dies geschehen? Wie wurde eine derartige Gleichgültigkeit gegenüber der Kunst und der Ästhetik in der Ausbildung sowohl des Klerus als auch der Gläubigen erreicht? Warum studieren wir Katholiken und alle Christen die Ereignisse der Moderne und der Postmoderne und die jetzigen der Transmoderne nicht im Detail aus der Perspektive der Kunst und der Ästhetik? Aus welchem Grund verfügen wir über Tausende von Büchern über die philosophischen und politischen Fragen, die uns vor dem Übel des modernen und postmodernen Atheismus warnen, haben jedoch nicht so viele Studien im Bereich der Künste und deren Beziehungen zu den Sekten und religiösen Bewegungen, atheistischen oder materialistischen Gruppen? Woran liegt es, dass letztendlich keine Lehrstühle für Ästhetik, christliche Kunstgeschichte und Theorie der sakralen Kunst innerhalb der philosophischen, theologischen und missiologischen Fakultäten unserer päpstlichen Universitäten eingerichtet sind?

Eine Beantwortung dieser Fragen ist tatsächlich sehr komplex, denn es kann keine einzige Ursache oder einzelne Gruppe mitspielender Faktoren dafür ausgemacht werden. Meines Erachtens liegt die Identifizierung des negativen Beitrags eines komplexen Ereignisgeflechtes der Wahrheit näher, die die Bedeutung dieses Problems bisher verschleiert haben. Der ständige kulturelle Notstand der letzten Jahrzehnte hat das katholische Denken stets zu einer zermürbenden Verteidigung vor immer aggressiveren philosophischen Theorien bemüht. Beispielhaft für die Situation des „ständigen Notstandes“ ist der Arbeitsaufwand für die direkte Beantwortung der nihilistischen Positionen des Existenzialismus, der katholische Denker in aller Welt zur kritischen Auseinandersetzung und die spezifische Beantwortung der Schwierigkeiten und vor allem der Effekte dieser philosophischen Strömung mobilisiert hat. Zuerst beschränkte man sich auf die offensichtlichsten Fragen, dann gelangte man allmählich zu einer systematischeren Weltsicht, die eine globale Antwort auf die theoretischen Fragen darstellen sollte. So verhielt sich der spanisch-argentinische Jesuit Pater Ismael Quiles, der mit seiner umfangreichen systematischen Produktion zum Insistentialismus die anthropologische Frage nach den ontologischen Wurzeln [3] erneut aufwarf. Es handelt sich dabei um einen Autor, den Papst Franziskus selbst in „Evangelii Gaudium“ zitierte und dies sei uns ein Anreiz für die Erarbeitung eines Denkens, das zur kritischen und konstruktiven Bewältigung der aktuellen Probleme fähig ist.
Rodolfo Papa ist Dozent für Geschichte der Ästhetik an der päpstlichen Universität Urbaniana, Künstler und päpstlicher akademischer Ordinarius. Er zählte zu den Experten der 13. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode.
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FUSSNOTEN
[1] Michel Onfray, Trattato di ateologia. Fisica della metafisicatrad.it. G. De Paola, Fazi Editore, Roma 2005, p. 24-25 
[2] Rodolfo Papa, Discorsi sull’arte sacra, Cantagalli, Siena 2012, pp.69-118.
[3] Die vollständige Ausgabe des Gesamtwerkes von Quiles umfasst zwanzig von 1978 bis 1990 erschienene Bände: vgl. Obras de Ismael Quiles s.j. Voll. XX, Ediciones Depalma, Buenos Aires, 1978-1990. In seinem Denken lassen sich drei Phasen feststellen, wobei die zweite, der In-sistentialismus,  die originellste und am meisten ausgereifte ist.

Ritratto Sua Ecc. Rev.ma Godfrey Igwebuike Onah vescovo di Nsukka (Nigeria)

R. Papa, Ritratto del vescovo Onah, olio su tela 2014.

(Foto Rocco De Carolis)

lunedì 13 ottobre 2014

Le ideologie "ateiste" corrono attraverso l'estetica e le varie correnti artistiche "contemporanee".

Quali percorsi universitari per la formazione dei cristiani?

Le ideologie "ateiste" corrono attraverso l'estetica e le varie correnti artistiche "contemporanee".


 

Michel Onfray, filosofo francese che appartiene al gruppo internazionale ed eterogeneo del “Nuovo Ateismo”, con un pensiero decostruttivista, al contempo edonista ed anarchico, dichiara candidamente mezzi e strategia per diffondere una visione materialista dell’uomo e del mondo: «Al di là di questo Trattato di ateologia preliminare, la disciplina implica la mobilitazione di molti campi: psicologia e psicoanalisi (per esaminare i meccanismi della funzione fabulatrice), metafisica (per inseguire le genealogie della trascendenza), archeologia(per far parlare i suoli e i sottosuoli delle geografie delle religioni), paleografia (per stabilire il testo dell’archivio), ovviamente storia (per conoscere le epistemi, i loro strati e i movimenti nelle zone di nascita delle religioni), scienze comparate (per constatare la permanenza di schemi mentali attivi in temi distinti e luoghi distanti), mitologia (per ricercare i particolari della razionalità poetica), ermeneutica , linguisticalingue (per pensare l’idioma locale), estetica(per seguire la propagazione iconica delle  credenze). Poi evidentemente la filosofia, che sembra la più adatta per presiedere alla sistemazione di tutte queste discipline. La posta in gioco? Una fisica della metafisica, dunque una reale teoria dell’immanenza, un’ontologia materialista»[1] 
Come si può concretamente verificare dal brano citato, Onfray organizza un progetto di diffusione di una visione materialista nel suoTrattato di ateologia, per chiamare in adunata tutte le forze intellettuali che già lavorano al medesimo intento, ma separatamente, ad una maggiore coerenza e ad una maggiore sistematicità, con il fine di diffondere una weltanschauung definitivamente immanente.
Come ho più volte mostrato nei mie scritti ed in questa stessa rubrica Riflessioni sull’arte, esiste un concetto storiografico, che è anche teoretico, che mostra la relazione biunivoca tra “Sistema d’arte” e weltanschauung, ovvero tra una determinata forma artistica e i principi religiosi o ideologici che la determinano.[2] In altre parole, le forme non sono neutre, quindi non sono utilizzabili in maniera intercambiabile a piacere, come stiamo vedendo oggi nella cultura cattolica europea. Le forme sono legate ad una precisa visione del mondo che le determina e le organizza, quindi sostituire il Sistema d’arte figurativo delle nostre cattedrali, come è avvenuto negli ultimi quaranta anni, con forme astratte o aniconiche, non è un adeguamento alla contemporaneità, ma una vera e propria apostasia, perché sostituisce un Sistema d’arte cristiano (quello figurativo) con vari altri sistemi che di volta in volta veicolano altre religioni e altre visioni del mondo. L’arte così facendo non è più un modo di educare al catechismo, una maniera di fare pastorale, un sistema di veicolare valori morali attraverso esempi di santi e delle sacre storie tratte dai Vangeli, come fin dai Padri della Chiesa si raccomanda di fare nelle chiese, ma è divenuto il modo migliore per formare una visione atea, materialista e immanentista nei frequentatori delle nostre cattedrali europee.
Ma come è stato possibile che tutto ciò accadesse? Come si è giunti ad una tale indifferenza nei confronti dell’arte e dell’estetica nella formazione sia del clero che dei fedeli? Perché noi cattolici e i cristiani tutti non studiamo approfonditamente quanto è accaduto nella modernità e nelle post-modernità e quanto sta accadendo ora nella trans-modernità dal punto di vista delle arti e dell’estetica? Perché abbiamo migliaia di libri sulle questioni filosofiche e politiche che ci mettono in guardia sui mali dell’ateismo moderno e post-moderno, ma non abbiamo così tanti studi nel campo delle arti e della relazione che queste intrattengono con sette e movimenti religiosi, o gruppi ateisti e materialisti? Perché, in definitiva, non abbiamo cattedre di estetica, storia dell’arte cristiana e teoria dell’arte sacra nelle facoltà di filosofia, teologia e missiologia delle nostre università pontificie?

Rispondere a questi interrogativi è veramente molto complesso, perché non è possibile rintracciare una sola causa e un solo gruppo di concause, ma direi che è più rispondente al vero individuare una ramificazione complessa di eventi che hanno contribuito negativamente a nascondere finora l’importanza di questo problema. La continua emergenza culturale degli ultimi decenni ha sempre impegnato il pensiero cattolico ad una difesa estenuante da teorie filosofiche sempre più aggressive. Un esempio tra tutti, abbastanza emblematico della situazione di “emergenza continua”, lo si può rintracciare nella quantità di lavoro fatto per rispondere direttamente alle posizioni nichiliste dell’Esistenzialismo, che ha mobilitato pensatori cattolici in tutto il mondo per potersi confrontare criticamente e rispondere in modo pertinente alle problematiche e soprattutto agli effetti di questa corrente filosofica. Prima ci si è limitati alle questioni più evidenti, poi gradualmente si è giunti ad una sistematica visione del mondo che fosse una risposta globale alle questioni poste sul tavolo teoretico. Così  fece il padre Ismael Quiles, gesuita spagnolo-argentino che con la sua cospicua produzione sistematica sull’In-sistenzialismo, ha riportato la questione antropologica alle sue radici ontologiche.[3] Si tratta di un Autore che lo stesso Papa Francesco cita nella Evangelii Gaudium, e questo ci sia di stimolo per la elaborazione di un pensiero capace di affrontare criticamente e costruttivamente le problematiche contemporanee.

Rodolfo Papa, Esperto della XIII Assemblea Generale Ordinaria del Sinodo dei Vescovi, docente di Storia delle teorie estetiche, Pontificia Università Urbaniana, Artista, Storico dell’arte, Accademico Ordinario Pontificio. 
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NOTE
[1] Michel Onfray, Trattato di ateologia. Fisica della metafisica, trad.it. G. De Paola, Fazi Editore, Roma 2005, p. 24-25 
[2] Rodolfo Papa, Discorsi sull’arte sacra, Cantagalli, Siena 2012, pp.69-118.
[3] L’edizione completa di tutte le opere di Quiles è pubblicata in venti volumi dal 1978 al 1990: Cfr. Obras de Ismael Quiles s.j. Voll. XX, Ediciones Depalma, Buenos Aires, 1978-1990. Il suo pensiero consta di tre fasi, d cui la seconda, appunto quella In-sistenzialista, è la più originale  e maggiormente elaborata.

venerdì 10 ottobre 2014

Der hl. Joseph, Hüter des Geheimnisses (Erster Teil) Die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten von Caravaggio.

Der hl. Joseph, Hüter des Geheimnisses (Erster Teil)

Die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten von Caravaggio / Ikonologische Lesungen 



Am 8. Dezember 1870, dem „heiligen“ Tag „der unbefleckten Jungfrau Mutter Gottes und Braut des keuschen Joseph“ und in einem Jahr „trauriger Zeiten für die Kirche, die von allen Seiten Anfeindungen erfuhr“, erklärte Pius IX. den hl. Joseph mit den folgenden Worten zum Schutzpatron der Weltkirche: „So wie Gott diesen vom Patriarchen Jakobus, dem Oberaufseher des gesamten Gebietes von Ägypten, gezeugten Joseph zur Aufbewahrung des Weizens für das Volk ernannt hat, so wählte er angesichts der herannahenden Fülle der Zeit zur Herabsendung seines eingeborenen Sohnes und Retters der Welt einen anderen Joseph aus, dessen Gestalt er war und machte ihn zum Herrn und Fürsten seines Hauses und seines Besitzes und wählte ihn zum Hüter seiner wichtigsten Schätze[1]“. Der heilige Joseph war immer im Herzen der Kirche. Es sei an einige exemplarische Passagen des jüngsten Lehramtes erinnert. Pius XII. hat ihn zum Schutzpatron der Arbeiter und Handwerker erklärt: „Ein einfacher Handwerker aus Nazareth verkörpert bei Gott und der hl. Kirche nicht nur die Würde des Handarbeiters, sondern ist auch stets ein weitsichtiger Hüter von euch und euren Familien[2]“. Johannes XXIII. hat ihn in den römischen Kanon aufgenommen und ihm das 2. Vatikanische Konzil anvertraut. Johannes Paul II. hat dem hl. Joseph die apostolische Exhortation „Redemptoris Custos“ (15. August 1989) gewidmet, die genau ein Jahrhundert nach der Enzyklika von Papst Leo XIII. „Quamquam Piuries“ (15. August 1889) verabschiedet wurde. Benedikt XVI., der auf den Namen Joseph getauft wurde, widmete dem hl. Joseph Betrachtungen von herausragender Tiefe. Erinnert sei beispielsweise an die während des Advents 2005 gesprochenen Worte: „Lassen wir uns ‚anstecken‘ von der Stille des hl. Joseph“, diese Stille in der „die Fülle des Glaubens widerhallt, die er im Herzen trägt, und von der all seine Gedanken und all sein Handeln geleitet werden. Dank dieser Stille hütet Joseph im Einklang mit Maria das durch die Heilige Schrift empfangene Wort und konfrontiert es ständig mit den Ereignissen im Leben Jesu; eingewoben in diese Stille ist das beständige Gebet des Segens zum Herrn in Anbetung seines heiligen Willens und des vorbehaltlosen Vertrauens in seine Vorsehung[3]“; und auch die kostbare Katechese vom 18. März 2009, in der Benedikt XVI. daran erinnert, wie „das im Gehorsam seinem Wort gegenüber verbrachte Leben des hl. Joseph ein eloquentes Zeichen für alle die Einheit der Kirche anstrebenden Jünger Jesu darstellt. Er hat daher in seinem Haus Maria aufgenommen. Er hat das in ihr lebende und von ihr selbst verkörperte [4] Geheimnis angenommen“.
Christliche Künstler haben oft versucht, das in der Annahme des Geheimnisses verbrachte Leben des hl. Joseph darzustellen. Caravaggio widmet dem hl. Joseph eine wunderbare Reflexion in Form des in der „Galleria Doria Pamphilji“ in Rom aufbewahrten Gemäldes „Die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“. Caravaggio thematisiert die lange Reise nach Ägypten, die die Heilige Familie unternahm, um dem Komplott von Herodes dem Großen zu entkommen, dessen tragisches Ende die Tötung der Unschuldigen von Betlehem war.
Das Gemälde gehört insofern in die erste Zeit Caravaggios [5], in Rom, als es mit großer Wahrscheinlichkeit zwischen 1595 und 1596 von Donna Olimpia Aldobrandini in Auftrag gegeben wurde; anschließend gelangte es in den Besitz des Kardinals Pietro Aldobrandini, Olimpias Bruder. Später erhielt es ihre Enkelin Olimpia, die es 1647 als Mitgift in die Hochzeit mit dem Fürsten Camillo Pamphilji einbrachte. Dieser nahm es gemeinsam mit anderen Werken Caravaggios in die große Bildersammlung der Familie auf, wo es noch heute bewundert werden kann.
Caravaggios Inspirationsquelle war selbstverständlich das Evangelium: „Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten“ (Mt 2,13).
Caravaggio wollte Joseph, Maria und das Kind nicht während ihrer Wanderung darstellen, sondern in einem Moment der Rast. Den Hintergrund der Ruhe der Heiligen Familie bildet eine sehr bedeutsame Landschaft: ein Wasserlauf oder ein Ort nahe einer Oase entlang der unregelmäßigen Trift eines Kommunikationsweges für die Karawanen zwischen Palästina in Richtung des Nilgebietes. Blickt man nach rechts, auf jener Seite, wo der Horizont aufscheint, erkennt man, dass die Sonne bereits aufgeht. Maria und das Kind ruhen am Straßenrand, umgeben von Pflanzen, die die gesamte symbolische Bedeutung beinhalten. Beispielsweise zeigt sich ein Lorbeerzweig als Inbegriff für die ewige Jungfräulichkeit Mariens, während das Rohr und die und die Dornen der Brombeeren Zeichen der Passion Christi sind; das Geflecht der Distel, Sylibum marianum, mit der kleinblütigen Königskerze, Verbascum thapsus, erscheint als besonders ausdrucksstark, denn die Königskerze symbolisiert die Auferstehung während die Distel gerade die Flucht nach Ägypten evoziert. Tatsächlich wurden ihre weißen Flecken seit den Uranfängen des Christentums als Milchtropfen interpretiert, die Maria während der Flucht verloren hat.
Der zweite Teil folgt am Donnerstag, dem 23. Oktober 2014.
Rodolfo Papa ist Dozent für Geschichte der Ästhetik an der päpstlichen Universität Urbaniana, Künstler und päpstlicher akademischer Ordinarius. Er zählte zu den Experten der 13. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode.
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FUSSNOTEN
[1] Sacra Congregazione dei Riti, Decreto proclamante San Giuseppe patrono della Chiesa Cattolica, 8 dicembre 1870.
[2] Pio XII, Discorso in occasione della Solennità di san Giuseppe artigiano, 1 maggio 1955.
[3] Benedetto XVI, Angelus, 19 dicembre 2005.
[4] Benedetto XVI, Discorso nei primi Vespri di San Giuseppe, 18 marzo 2009.
[5] Zu Caravaggio verweise ich auf meine folgenden Monographien: R. Papa, Caravaggio. Lo stupore dell’arte, Arsenale, Verona 2009; R. Papa, Caravage Imprimerie Nationale Éditions, Paris 2009 ; R. Papa, Caravaggio. L’arte e la natura Giunti, Firenze 2008; R. Papa, Caravaggio. Gli anni giovanili, “DossierArt” 2005; R. Papa, Caravaggio pittore di Maria, Ancora, Milano 2005; R. Papa, Caravaggio. Gli ultimi anni, “DossierArt” 2004; R. Papa, Caravaggio. Vita d’artista Giunti, Firenze 2002 (nuova edizione riveduta e corretta: 2007).

venerdì 3 ottobre 2014

ALCUNE FOTO DEL MIO STUDIO D'ARTE (Arti, Storia e filosofia dell'arte) IN ROMA



























Die Kandinsky-Frage und die Geschichte der zeitgenössischen Kunst Ein symbolhaftes Beispiel für eine Anwendung des "Kunstsystem"-Konzeptes

Die Kandinsky-Frage und die Geschichte der zeitgenössischen Kunst

Ein symbolhaftes Beispiel für eine Anwendung des "Kunstsystem"-Konzeptes

Unsere Betrachtungen gelten den Dynamiken, die den kunstgeschichtlichen Forschungen und den Untersuchungen des möglichen Einflusses dieser Studien auf das katholische Denken sowie der neuen Auftraggeber zugrunde liegen; insbesondere mit Blick auf einen komplexeren und aktuelleren Studien- und Forschungsbereich.Angesichts des umfangreichen Materials, das viele Kunstwerke des 19., 20. und 21. Jahrhunderts mit außerhalb des christlichen Horizonts befindlichen und im Gegensatz zu diesem stehenden kulturellen und religiösen Ereignissen in Beziehung setzt, erscheint es notwendig, von Fall zu Fall hinsichtlich der Künstler, Bewegungen, Gruppen und Avantgarden dieser Jahrhunderte vollkommene Klärung zu schaffen. Für diese Art von Studien kennzeichnend ist der von weiten Teilen der katholischen Welt geschätzte Künstler Kandinsky. Dieser wurde im künstlerischen Bereich und sogar innerhalb des komplexeren und mit besonderer Aufmerksamkeit zu behandelnden Bereichs der sakralen Kunstproduktion als nachzuahmendes Vorbild bezeichnet. Die Überlegungen zu Kandinsky fügen sich ein in eine allgemeinere Reflexion zur Abstraktion als einer möglichen Darstellungsform des Heiligen – diese ist in Nordeuropa bereits seit geraumer Zeit etabliert und konnte später auch in Italien Fuß fassen – analog zur Präsenz des Informellen und den Installationen in den Kathedralen Nordeuropas, wohingegen die Werke der darstellenden Kunst oft als nicht mehr geeignet betrachtet und folglich entfernt und musealisiert werden.
Hingegen zeigen manche Studien zu diesen künstlerischen Bewegungen bei einer Betrachtung aus dem richtigen Blickwinkel und aus der korrekten historischen Perspektive die tiefen Beziehungen nahezu aller großen Künstlergruppen zu esoterischen, revolutionären, ideologischen und neopaganen Sphären. Gerade Kandinsky bildet einen möglichen Ausgangspunkt für Forschungen, die Licht auf die zweiseitigen Beziehungen zwischen „neopaganen“ religiösen Kulten und von diesen abgeleiteten Kunstformen werfen. Was wir uns daher seit langer Zeit als die Frucht eines Fortschrittes innerhalb der Kunst vorstellen und gewöhnlich als „modern“ bezeichnen, offenbart sich als ein enormer Kulturbereich, der befruchtet wird durch die Begegnung mit anderen (neuen und alten) Religionen und sich ebenso aus einer konstanten Apostasie speist, die den Geist verschiedener künstlerischer „Revolutionen“ dynamisch bewegt. Innerhalb der Moderne und der Postmoderne ist nicht nur die Frage des Neopaganismus situiert, sondern viele andere aus den Fragen des Atheismus, des Materialismus und der damit einhergehenden neuen sozialen Gefüge resultierende Elemente.
Die Kunstformen sind nicht unendlich und sind auch nicht unendlich veränderbar. In Wahrheit existieren große Blöcke, innerhalb derer zwischen den verschiedenen künstlerischen Erfahrungen gemäß ihrem formalen Aspekt differenziert wird: anikonisch, informell, abstrakt, performativ und figurativ.
Jeder dieser Blöcke betrifft seiner Art entsprechend eine genau definierte Weltsicht, sowohl in Bezug auf die Vorstellung des Menschen als auch auf die Überzeugung oder Religion. Oft wird die Entwicklung der künstlerischen Ereignisse als Fortschritt innerhalb der Kunst charakterisiert, durch den die Menschheit durch ihre Mutation in neue Formen endlich auf neues und unbetretenes Terrain geführt wird. In Wahrheit vollzieht sich jedoch eine Bewegung, die zwei miteinander verkettete Linien von Ereignissen hervorgebracht hat. Die erste Linie lässt sich gewissermaßen nur aus zeitlicher Entfernung vollkommen begreifen: die im neoklassischen Philologismus gründende Bewegung des Austritts aus dem (christlichen) Figurativen, die allmählich zu einer Neubewertung der heidnischen religiösen Komponente und bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts letztendlich zur vollkommenen Zustimmung zu dieser seitens einiger Künstler und Bewegungen führte. Die zweite in ihren Dynamiken und ihren Zielen insgesamt weitaus schwieriger zu erfassende, aber in unserer gesellschaftlichen Realität leicht auszumachende Linie besteht in der gleichzeitigen Aneinanderreihung aller im Laufe der Menschheitsgeschichte hervorgebrachter Formen der Kunst, sodass alle Gruppen und Derivate zum gleichen historischen Zeitpunkt und am gleichen Ort beschreibbar sind.
Die Gegenwart wird so zu einem enormen Behälter, der jedes „Kunstsystem“ zur Seite stellt und gerade ausgehend von der Freiheit zum Beitritt zu jeder Religion, Überzeugung oder Ideologie legitimiert. Dies erlaubt es uns, einer komplexen globalen Aktion beizuwohnen, die aus einer rein künstlerisch-formalen Perspektive als etwas vollkommen Neues und Originelles erscheint. Wenn wir sie hingegen aus einem ikonologischen, soziologischen oder anthropologischen Blickpunkt betrachten, wird uns bewusst, dass die Originalität gerade in der Tatsache besteht, dass viele Religionen, Sekten, esoterische Gruppen und verschiedene Glaubensrichtungen ihre künstlerische Form entsprechend ihrem Glauben oder ihrer Weltsicht ausgedrückt haben. Mit anderen Worten ist das, was ursprünglich erscheint, in Wahrheit determiniert durch die zweiseitige Beziehung eines „Kunstsystems“ mit der eigenen zugrundeliegenden „Weltsicht“.  Tendenziell haben das Informelle und das Performative Beziehungen zu Arten von Religionen, die Eigenschaften des Animismus besitzen, wie beispielsweise der Schamanismus. Der schamanische Künstler erzeugt Gegenstände (Fetische) mit ritueller Bedeutung, kennzeichnet Gegenstände oder setzt sie so zusammen, dass ein Fluch entsteht. Das Abstrakte steht tendenziell mit einer gewissen Art von Spiritualität  in Zusammenhang, die uns in den esoterischen, mystischen oder gnostischen Strömungen begegnet.
Aus diesem Grund erscheint die Darstellung der Spiritualität von Kandinsky, Matisse, Picasso oder Malevic im christlichen Bereich völlig unverhältnismäßig. Daher bestätigen sich spezifische Studien über die Beziehungen zwischen den Formen und den von diesen und anderen Künstlern praktizierten Kulten als notwendig.
Rodolfo Papa ist Dozent für Geschichte der ästhetischen Theorien an der Päpstlichen Universität Urbaniana, Künstler, akademischer päpstlicher Ordinarius. Er zählte zu den Experten der 13. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode.

lunedì 29 settembre 2014

La questione di Kandinskij e la storia dell'arte contemporanea Un caso emblematico di applicazione del concetto di "Sistema d'arte".

La questione di Kandinskij e la storia dell'arte contemporanea
Un caso emblematico di applicazione del concetto di "Sistema d'arte".
Vassily Kandinsky
Stiamo riflettendo sulle dinamiche che muovono gli studi di storia dell’arte e sull’influenza che questi studi potrebbero avere sul pensiero cattolico e sulle nuove committenze, soprattutto nella prospettiva di una più complessa e aggiornata branca di studi e di ricerche.
Di fronte a un vasto materiale che mette in relazione molte opere d’arte dei secoli XIX, XX e XXI, con eventi culturali e religiosi esterni all’orizzonte cristiano e in netto contrasto con esso, appare necessario chiarire, caso per caso, tutto ciò che riguarda artisti, movimenti, gruppi ed avanguardie di questi secoli L’artista emblematico di questo tipo di studi è  Kandinsky, che è molto apprezzato in una larga parte del mondo cattolico, additato come modello da seguire in campo artistico, persino nell’ambito della produzione dell’arte sacra, ambito più complesso che richiede particolare attenzione. La considerazione di Kandinskij si colloca entro una più generale considerazione della astrazione come opzione possibile di rappresentazione del sacro, affermata già da tempo nell’Europa del nord e poi anche in Italia, analogamente alla presenza dell’informale e delle istallazioni nelle cattedrali del nord Europa. Mentre di contro, spesso le opere d’arte figurative vengono considerate non più adatte e dunque rimosse e musealizzate.
Henri Matisse, Dance (I), 1909. Oil on canvas, 103" x 154."
Alcuni studi di questi movimenti artistici, guardati nella giusta luce e nella corretta prospettiva storica, mostrano invece relazioni profonde di quasi tutti i grandi gruppi di artisti con ambienti esoterici, rivoluzionari, ideologici e neopagani. Proprio a partire da Kandinsky si possono condurre ricerche che mettono in luce relazioni biunivoche tra culti religiosi “neo-pagani” e forme artistiche da questi derivate. Insomma quel che da molto tempo immaginiamo come frutto di un progresso interno all’arte, ciò che siamo soliti chiamare “moderno”, si svela come un immenso campo culturale fecondato da incontri con religioni altre (nuove o antiche), ed anche alimentato da una costante apostasia che muove dinamicamente lo spirito di varie “rivoluzioni” artistiche. All’interno del moderno e del post-moderno si colloca non solo la questione del neo-paganesimo, ma molti altri elementi che derivano dalle questioni dell’ateismo, del materialismo e dei nuovi assetti sociali a questi consequenziali.
Le forme nell’arte non sono infinite e non possono neanche mutare all’infinito. Ci sono in realtà dei grandi blocchi in cui dividere e raggruppare le varie esperienze artistiche secondo l’aspetto formale: aniconico, informale, astratto, performativo e figurativo.
Ognuno di questi blocchi afferisce per sua natura ad un ben determinato modo di vedere il mondo, sia secondo l’idea stessa di uomo sia secondo la credenza o religione. Spesso si descrive l’evolversi degli eventi artistici come un progresso interno all’arte che mutando verso nuove forme abbia condotto l’umanità finalmente in territori nuovi ed inesplorati. Ma in realtà si assiste ad un movimento che ha prodotto due linee di concatenazioni di eventi. La prima linea, per certi versi comprensibile solo a distanza di tempo nella sua interezza, è il movimento di fuori uscita dal figurativo (cristiano), che ha già come origine il filologismo neo-classico, che porterà pian piano ad una vera e propria rivalutazione dell’elemento religioso pagano, fino alla completa adesione ad esso da parte di alcuni artisti e movimenti già nella seconda metà del XIX. La seconda linea, molto più difficile da comprendere nelle dinamiche e nei fini nell’insieme, ma facilmente esperibile nella nostra realtà sociale, consiste nell’aver affiancato tutte le forme d’arte che la storia dell’umanità ha prodotto nel tempo, simultaneamente, tanto da descrivere tutti i gruppi e i loro derivati nel medesimo momento storico e nel medesimo spazio.
Kazimir Malevich – White Square On White. 1918. Oil on Canvas, 31 x 31”.

La contemporaneità diviene così un immenso contenitore che affianca ogni “sistema d’arte” e lo legittima proprio a partire dalla libertà di aderire a qualsivoglia religione, credo o ideologia. Questo ci consente di assistere ad una complessa azione globale che, se vista in una prospettiva solo artistico-formale, può sembrare qualcosa di totalmente nuovo e originale, mentre se la osserviamo da un punto di vista iconologico, sociologico e antropologico, ci rendiamo conto che l’originalità sta solo nel fatto che tante religioni, sette, gruppi esoterici e varie confessioni hanno espresso ciascuno la forma artistica corrispondente al proprio credo e alla propria visione del mondo. In altre parole, quel che sembra originale, è in realtà determinato dal rapporto biunivoco che un “sistema d’arte” ha con la sua propria “visione del mondo” fondante. Tendenzialmente l’informale e il performativo hanno afferenza a tipi di religioni che hanno le caratteristiche proprie dell’animismo, come per esempio lo sciamanesimo. L’artista sciamano produce oggetti di senso (feticci) rituali oppure segna gli oggetti o li assembla in modo da produrre un incantesimo. L’astratto tendenzialmente ha a che fare con un certo tipo di spiritualismo che ritroviamo in correnti esoteriche, misteriche e gnostiche.
Per questo motivo, proporre come esemplare la spiritualità di Kandinskij o di Matisse, di Picasso o di Malevic in ambito cristiano, appare totalmente incongruo. Si confermano allora come necessari gli studi specialistici sulle relazioni tra le forme e i culti praticati da questi artisti, e non solo da loro. (pubblicato il 29 Settembre 2014 Zenit.org)
Klein, Blu
  


Rodolfo Papa, Esperto della XIII Assemblea Generale Ordinaria del Sinodo dei Vescovi, docente di Storia delle teorie estetiche, Pontificia Università Urbaniana, Artista, Storico dell’arte, Accademico Ordinario Pontificio. Website www.rodolfopapa.it Blog:http://rodolfopapa.blogspot.com  e.mail:  rodolfo_papa@infinito.it.